Ein Bisschen etwas zu unserer Trainingsphilosophie

Unsere Art, das Training mit den Kindern zu gestalten, unterscheidet sich in einigen Teilen von der anderer Gruppen und Vereine. Bei uns lernen die Kinder, neben dem Voltigieren und den Grundlagen auf dem Pferderücken auch, was zu einem Pferd noch alles dazu gehört. Putzen, Satteln, Führen, Theorieeinheiten in Sachen Pferdegesundheit und Körperteile, Füttern und auch misten. Dabei geht es nicht darum, dass sie viel körperliche Arbeit leisten, mehrere Heunetze füllen oder alleine die ganze Wiese abäppeln müssen. Eher geht es darum, dass sie überhaupt lernen, solche Dinge selbstständig zu erledigen, merken, dass zu einem Pferd weit mehr dazu gehört als sich auf das fertig gestriegelte Pony zu setzen, zwei Runden zu reiten wie man gerade Lust hat und dann wieder zu fahren.

Uns ist sehr wichtig, dass die Kinder den Umgang mit dem Partner Pferd lernen. Wie fühlt es sich? Ist es gesund? Möchte es überhaupt heute so viel mit mir kuscheln? All diese Fragen kann sich das Kind nur beantworten, wenn es vom Boden aus an das Pferd heran tritt, es berührt und ihm in die Augen schaut. Der Umgang und die daraus entstehende Bindung zum Pferd sind viel wertvoller als jemand, der einen dreifachen Salto auf dem Pferderücken schlagen kann. Der erste Kontakt auf der Wiese beim aufhalftern, bei dem ich merke, wie mein vierbeiniger Freund sich heute fühlt, es beim Putzen berühren und seine Wärme spüren, das sind die Dinge, die bei vielen Kindern oft Wunder bewirken.

Überdies haben wir gemerkt, dass die gemeinsame Arbeit vor und nach dem Training nicht nur die Bindung zum vierbeinigen, sondern auch zu den zweibeinigen Partnern stärkt. Das gemeinsame Versorgen des Pferdes, das Lösen von Problemen, wenn z. B. einer alleine den Gurt nicht tragen kann, all dies trägt enorm zum Teamgeist der Voltis bei.

 

Deshalb fließen all diese Dinge bei uns mit ins Training mit ein. Und wenn wir alle Voltis da haben, und alle sich Mühe geben, dann können wir trotzdem aus der verbleibenden Zeit für`s wirkliche Voltigiertraining noch eine Menge raus holen. Es würde uns nichts bringen, wenn wir die zwei Stunden Trainingszeit voll verplanen und mit Voltigiereinheiten voll stopfen würden, irgendwann ist bei den Kindern die Puste raus. Und lieber nur eine Stunde gutes, effektives Tarining, als eine Ewigkeit herum wuseln und nichts Gescheites dabei erarbeiten:)