Otto international - Ein neuer Job für unser Pony

Vor kurzem haben wir eine Aktion gestartet, die Otto einen neuen Job verschaffen könnte; Mehr-Generationen-Arbeit. Wir waren nämlich am Samstag, dem 14.10.2017, mit unserer Knutschkugel im Seniorenheim "Haus der Diakonie" in Westerkappeln . Kinder, vom Säuglings- bis zum Jugendalter, und Erwachsene kennt er ja bereits, aber Senioren und deren Behausung waren neu für unseren kleinen Freund. Er hat sich jedoch super geschlagen. Begleitet wurden wir von einem großen Teil der Gruppe "KonSenZ" (Konfirmanden und Senioren zusammen) der ev. Kirchengemeinde Ibbenbüren zu der Zeit noch unter der Leitung von Uschi Habeck. Wie Otto den Tag fand, erzählt er am besten selbst. Jedenfalls haben wir danach eine Anfrage auf eine eventuelle Festanstellung bekommen:)

So, da bin ich wieder;)

Also, angefangen hat der Tag ganz normal, wie immer eigentlich (Bis auf die Tatsache, dass wir auf unser Frühstück bis Mittags warten mussten). Seltsam wurde es dann, als Anne mit dem Pferdetransporter auf den Hof gefahren kam, und Amelie anfing, ganz viele Sachen zusammen zu suchen. Sogar unsere Wippe wurde verladen! Dann wurde ich gründlich gebürstet. Da wusste ich schon, dass meine Menschen mal wieder irgendeine wilde Aktion im Schilde führen (das letzte Mal, als ich so gut geputzt und dann verladen wurde, musste ich kurzfristig als Sankt-Martins-Pony einspringen!). Ganz so zufrieden war ich nicht, als ich alleine auf den Hänger steigen musste. Aber als neben mir zwei Heuballen verladen wurden, war die Welt wieder in Ordnung. Wenn Chester nicht dabei ist, dann habe ich die ja ganz für mich alleine.

Ausgeladen wurde ich auf einer großen Wiese. Ich war schon ganz verschwitzt, im Hänger war es doch ziemlich warm. Julie führte mich an einem kleinen Teich vorbei auf einen Hof vor ein großes Gebäude. Ich dachte mir nichts dabei, und lief ihr einfach hinterher, wie sich das als Pony nunmal gehört. Doch dann ging sie geradewegs auf das Haus zu, ohne anzuhalten. Wollte die mit mir vor die Wand laufen? Vorher hatte ich gesehen, wie andere Menschen auch losliefen, und dann, kurz bevor sie vor der Wand klebten, schoben sich wie von Zauberhand die zwei durchsichtigen Wände auf und die Menschen gingen hinein und wurden von dem großen durchsichtigen Ungetüm verschluckt! Und wie es aussah, wollte Julie mit mir durch genau dieses Gruselding! Die spinnt doch, habe ich mir gedacht, und bin wie angewurzelt stehengeblieben. Ich war der Meinung, ich hätte meine Besitzerin soeben vor einem schwerwiegenden Fehler bewahrt. Aber dann fingen Amelie und sie plötzlich an, mich zu schieben und zu ziehen und mich mit Möhrenstückchen zu locken. Ich sollte da doch nicht etwa durch? Aber dann kam Anne mit einem dicken Eimer voll Hafer. Nun verstand ich, wieso ich am Morgen kaum Futter bekommen hatte; Und das Lockmittel wirkte.

Schlussendlich war es dann doch alles gar nicht so schlimm wie ich aufgrund der menschenfressenden Durchguckwand erst angenommen hatte. Nachdem ich durch die, es war eine automatische Schiebetür, gegangen bin, war alles plötzlich ganz anders als überall da, wo ich sonst schon in meinem Leben war; ich stand zum ersten Mal in einem Menschenhaus. Noch dazu in einem ziemlich großen. Der Boden war ganz anders, orange und etwas rutschig. In dem Haus waren an den Wänden viele bunte, rechteckige Dinger. Einige sahen aus, als hätte jemand eine Straße an die Wand gehangen, andere sahen eher so aus wie ich wenn die Kinder mich anmalen. Ich wurde in der Mitte eines Stuhlkreises umhergeführt, sodass die alten Meschen mich alle gut sehen konnten. Einige saßen in Stühlen mit Rädern, einige lachten, viele guckten komisch und ein paar schliefen auch. Ich wurde gestreichelt und mit Leckerlis gefüttert. Aufgrund dessen entschloss ich mich dann, mit der neuen Situation Freundschaft zu schließen. Ich war trotzdem noch ein bisschen aufgeregt, als ich um die Hütchen gehen und wippen sollte. Ganz ruhig stand ich dann aber, als die Senioren im Kreis um mich herum standen und mich mit Farbe anmalten. Eigentlich gefielen sie mir ganz gut, sie waren nicht so schnell und laut wie die Kids beim Volti. Manchmal hatte ich sogar Angst, sie könnten umkippen, deshalb bewegte ich mich nur ganz vorsichtig. Seltsam war dann wieder, als Uschi neben mir stand und etwas sagte, ihre Stimme aber hinter mir oben von der Decke aus einem schwarzen Kasten kam.

Am Schluss sind Rabea, Lea, Rebecca und Amelie mit Emma und mir über die große Wiese gerannt. Das hat Spaß gemacht.

Trotzdem war ich froh, als ich Abends wieder mit Chester im Stall stand und mein Abendbrot genießen konnte.


Und auch unsere zweite Altenheim-Aktion unter dem Motto "Ich schenk dir meine Zeit" war ein voller Erfolg. Am 06.10.2018 ging es dieses Mal zur Caritas in Ibbenbüren. Meine Begleiter- Gruppe war wesentlich kleiner als beim letzten Mal. Auch musste ich zum Glück nicht durch die gruselige, ich glaube die Menschen nannten es attomotische Schiebentür, gehen sondern durfte mich im Garten präsentieren. 


Nachdem ich ihn genau ausgekundschaftet hatte, kamen die Senioren. Ich wurde herum geführt, bin Slalom gelaufen und habe mein Können beim Über-Die-Matte-Gehen bewiesen (was nicht besonders schwer war:)  

Die alten Leute haben mich gestreichelt und mit komische Sachen in die Haare geflochten, da sah ich dann aus wie ein Mädchen! Schminke hatte ich ja schon, Noah und Amelie hatten mich vorher mit Fingerfarbe angemalt. "Zum verschönern", haben sie gesagt. Aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, was es an mir noch zu verschönern gäbe. Naja, die Menschen und ihre Vorstellungen eben.


Die Senioren haben, nachdem ein bisschen etwas über Hund Gismo und mich erzählt wurde, auch von Vierbeinern aus ihrem Leben erzählt. Ich hab jetzt auch ein paar Lieblings-Alte-Leute; die, die für mich  am Schluss die Futterschüssel hielten! 


Hinterher kamen meine Menschen dann auf die grandiose Idee, mit mir über die "Tolle Knolle", eine Art Herbstmarkt in Ibbenbüren, zu gehen. Da war ganz schön was los! Aber einige haben's wirklich übertrieben und mich angestaart wie ein Auto. Als ob sie noch nie ein Pony gesehen haben! Ich hab dann aber einfach doof zurück geglotzt. 


Meine Menschen haben dann alle ein Eis gegessen, und ich durfte sogar ein kleines Stück Eiswaffel probieren:) Also wenn sie auch sonst auf die komischsten Ideen kommen, das Essen ist bei den fellosen Zweibeinern immer einwandfrei;)

Aus datenschutzrechtlichen Gründen sind auf den Bildern dieser Altenheim-Tour keine Senioren zu sehen.